Geschichte der Analyse mimischer
Ausdrücke und Microexpressions

Ähnlich wie die Körpersprache sind auch mimische Ausdrücke von Emotionen seit Bestehen der Menschheit Teil unserer Kommunikation.

Mimische Mikroausdrücke wurden bereits in den 1960er Jahren von E. A. Haggard und K. S. Isaacs beschrieben. Sie analysierten Videomitschnitte von psychotherapeutischen Sitzungen nach nonverbaler Kommunikation zwischen dem Therapeuten und dem Patienten und entdeckten dabei kurze mimische Ausdrücke, die sie „Mikromomente“ nannten.

Zur selben Zeit etwa studierte William S. Condon ebenfalls Interaktionen dieser Art zwischen Menschen. Auch er analysierte im Rahmen seiner Forschungsarbeit Filmmaterial in Zeitlupe/Bild für Bild und identifizierte auf diese Art Mikrobewegungen (sog. „Mikrorhythmen“).

Jahre später, in den 70 und 80er Jahren, untersuchte der amerikanische Psychologe John Gottman die Interaktionen zwischen Liebespaaren. Er filmte die Paare dabei, analysierte das Filmmaterial und konnte später aufgrund der Mimik und der mimischen Mikroausdrücke mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 93,6% eine Vorhersage darüber treffen, ob das Paar zusammenbleiben würde oder nicht.

Ende der 60er Jahre begann der amerikanische Psychologieprofessor Paul Ekman mit seinen umfangreichen Forschungsarbeiten am Thema Gesichtsausdrucksanalyse und veröffentlichte 1976 erstmals sein Kodierungssystem „Facial Action Coding System FACS“. Paul Ekman führte viele Jahrzente in aller Welt Studien mit mehreren 10.000 Teilnehmern durch. Seine Theorien zu Mikroausdrücken sind mittlerweile weltweiter Standard in der Psychologie. Er publizierte außerdem zahlreiche Bücher zu diesem Thema und ist wissenschaftlicher Beirat der bekannten amerikanische Fernsehserie „Lie to me“.